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    <title>Harrys Blog (Artikel mit Tag Franz Hohler)</title>
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    <description>make love not war</description>
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    <pubDate>Wed, 28 Jun 2023 16:12:14 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: Harrys Blog - make love not war</title>
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    <title>Die Bucht von Komos, Kreta, Griechenland</title>
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            <category>Pazifismus</category>
    
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    <author>nospam@example.com (harry)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Komos_site_baie_Cr%C3%A8te.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;Die Bucht von Komos&quot; src=&quot;https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3f/Komos_site_baie_Cr%C3%A8te.jpg/1024px-Komos_site_baie_Cr%C3%A8te.jpg&quot; title=&quot;Die Bucht von Komos&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Bucht von Komos, Kreta, Griechenland&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;&lt;strong&gt;Franz Hohler - Der Mann auf der Insel - Ein Lesebuch&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Kurzgeschichten | Luchterhand Literaturverlag | 1991 | ISBN: 9783630867557&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;&lt;strong&gt;Die sch&amp;ouml;ne Insel&lt;/strong&gt;&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenn etwas im sinnlosen zweiten Weltkrieg besonders sinnlos war, dann war es die Eroberung Kretas durch die Deutschen im Mai 1941.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Griechenland hatte kapituliert, aber Kreta wurde noch von englischen Truppen gehalten, und pl&amp;ouml;tzlich war die sch&amp;ouml;ne Insel nicht mehr einfach eine sch&amp;ouml;ne Insel, sondern ein St&amp;uuml;tzpunkt, ein wichtiger St&amp;uuml;tzpunkt im Mittelmeer, den man auf keinen Fall dem Feind &amp;uuml;berlassen durfte.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und so mu&amp;szlig;ten an einem hei&amp;szlig;en Tag Ende Mai ein paar tausend deutsche Fallschirmj&amp;auml;ger &amp;uuml;ber Kreta abspringen, mitten in die gut vorbereiteten Engl&amp;auml;nder hinein, und mu&amp;szlig;ten versuchen, die Flugpl&amp;auml;tze unter Kontrolle zu bringen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Dies gelang ihnen schlechter, als sie erwartet hatten, erst nach zwei Tagen waren die ersten Transportflugzeuge imstande, auf dem kleinen Flugplatz von [Maleme](https://de.wikipedia.org/wiki/Maleme zu landen und Gebirgstruppen abzusetzen, die dann von dort aus mit den wenigen &amp;uuml;briggebliebenen Fallschirmj&amp;auml;gern erstaunlicherweise die ganze Insel erobern konnten.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Eine abenteuerliche Flotte von allen m&amp;ouml;glichen, zum Teil in Pir&amp;auml;us zusammengestohlenen Transportschiffen, die von Athen aus zus&amp;auml;tzliche Truppen auf die Insel bringen sollte, lief kurz vor der Landung in die englische Marine hinein, und fast der ganze Konvoi wurde von ihr versenkt, mit andern Worten, die meisten deutschen Soldaten auf diesen Schiffen ertranken.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die K&amp;auml;mpfe an Land m&amp;uuml;ssen furchtbar gewesen sein. Viele wurden schon in den Fallschirmen erschossen, andere gleich beim Landen, die Kreter, sozusagen Partisanen aus Tradition, k&amp;auml;mpften zum Teil zivil mit, mit Jagdflinten, oder mit Gewehren, welche sie den ersten get&amp;ouml;teten Deutschen abgenommen hatten, und sie kannten jedes Haus und jedes M&amp;auml;uerchen, im Gegensatz zu den Braunschweigern und K&amp;ouml;lnern, die da vom Himmel fielen und denen man gesagt hatte, es sei nur mit vereinzeltem lokalem Widerstand zu rechnen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Ihre &amp;Uuml;berreste liegen heute auf dem H&amp;uuml;gel oberhalb des Flugfeldes von Maleme, auf einem der H&amp;uuml;gel, von dem aus die Engl&amp;auml;nder auf die landenden Flugzeuge gefeuert haben m&amp;uuml;ssen. Die Engl&amp;auml;nder waren &amp;uuml;brigens nur zum Teil Engl&amp;auml;nder, es waren australische und neuseel&amp;auml;ndische Regimente dabei, gerade Maleme wurde haupts&amp;auml;chlich von den Neuseel&amp;auml;ndern verteidigt, unter denen auch, was f&amp;uuml;r eine sonderbare Vorstellung, Maoris mitk&amp;auml;mpften. Ich vermute, da&amp;szlig; man denen die dreckigere Arbeit &amp;uuml;berlie&amp;szlig;. So erz&amp;auml;hlt ein neuseel&amp;auml;ndischer Offizier in einem Bericht, wie er einem Maori den Befehl gegeben habe, einen verwundeten, aber weiterk&amp;auml;mpfenden deutschen Soldaten mit dem Bajonett zu t&amp;ouml;ten. Der Maori habe das getan, habe aber dabei sein Gesicht abgewendet, weil er den Anblick nicht ertragen habe.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und heute der Friedhof. &amp;Uuml;ber 4000 Grabplatten liegen hier in Reih und Glied, aufgeteilt in Bl&amp;ouml;cke, Block I liest man, oder Block II, und im Besucherbuch hat jemand bei den Bemerkungen darauf aufmerksam gemacht, da&amp;szlig; auch die Baracken in Auschwitz als Bl&amp;ouml;cke bezeichnet wurden.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&amp;raquo;Sie starben f&amp;uuml;r ihr Vaterland&amp;laquo;, hei&amp;szlig;t der letzte Satz auf der gro&amp;szlig;en Gedenktafel am Eingang, und ich versuche mir einen 19j&amp;auml;hrigen L&amp;ouml;rracher Lehrling vorzustellen, der in Kreta aus dem Flugzeug rennt und dabei von einer neuseel&amp;auml;ndischen Maschinengewehrsalve umgebracht wird, f&amp;uuml;r sein Vaterland.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Am Palmenstrand von Vai habe ich Schweizer Lehrlinge getroffen, die tags darauf gegen eine einheimische Mannschaft zu einem Fu&amp;szlig;ballspiel antraten. Sie haben mehr Gl&amp;uuml;ck gehabt, sie sind 40 Jahre sp&amp;auml;ter geboren, und dazu noch in Basel, auf der richtigen Seite des Rheins, und sie konnten eine Twenreise nach Kreta buchen und in lockeren Kleidern mit gemieteten Motorr&amp;auml;dern die Insel erobern und wieder verlassen. Ihr L&amp;ouml;rracher Kollege von damals mu&amp;szlig;te sich mit entsetzlichem Gep&amp;auml;ck in ein Flugzeug zw&amp;auml;ngen, in dessen Innern es 60&amp;deg;C hei&amp;szlig; war, zusammen mit andern 19- und 20j&amp;auml;hrigen, um sich auf einer Ferieninsel erschie&amp;szlig;en oder erstechen zu lassen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Auch als L&amp;ouml;rracher Lehrling konnte man allerdings Gl&amp;uuml;ck haben, es sind ja nicht alle ums Leben gekommen. Manche von den &amp;Uuml;berlebenden besuchen heute ihre lieben Kameraden, wie sie sich ausdr&amp;uuml;cken, einer schreibt ins G&amp;auml;stebuch, er sei der erste deutsche Fallschirmj&amp;auml;ger gewesen, der in Heraklion gelandet sei, und dies sei alles v&amp;ouml;llig sinnlos gewesen - nie wieder Krieg!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Diesen Satz liest man mehr als einmal, es gibt auch etliche, die gegen den Zynismus des Vaterlandssatzes protestieren, und unter all den alten Handschriften lese ich nur eine unbelehrbare, die schreibt &amp;raquo;Wir danken Euch f&amp;uuml;r Euren Einsatz!&amp;laquo;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der Mann kommt aus &amp;Ouml;sterreich.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Das Namenbuch, in dem man nachschlagen kann, wer wo begraben liegt, ist abgegriffen, da gibt es noch viele, f&amp;uuml;r die diese Gr&amp;auml;ber nicht Geschichte sind, sondern verlorene Menschen, ein Name ist mit einem dezidierten Kugelschreiberstrich korrigiert, nicht Horawetz G&amp;uuml;nther hie&amp;szlig; der Major, sondern Morawetz, und oben, bei den Grabreihen, sieht man immer wieder Vasen mit frischen Blumen stecken.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Oft steht auf einer Platte auch kein Name, sondern&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&amp;raquo;Ein unbekannter deutscher Soldat&amp;laquo;. Das waren die, deren Angeh&amp;ouml;rige noch Jahre nach dem Krieg hofften, die T&amp;uuml;re ginge auf, und er st&amp;uuml;nde da und sagte: &amp;raquo;Da bin ich wieder.&amp;laquo; Vielleicht ist er aber schon am ersten Tag gestorben, und nun liegt er da und kriegt keinen Besuch mehr.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Weiter oben ist auch ein Gedenkstein f&amp;uuml;r &amp;raquo;Angeh&amp;ouml;rige der deutschen Luftwaffe&amp;laquo;, die 1975 bei einem Ungl&amp;uuml;ck in Kreta ums Leben kamen. Das erinnert daran, da&amp;szlig; heute alles anders ist. T&amp;auml;glich landen deutsche Charterflugzeuge auf allen Flugh&amp;auml;fen der Insel, ohne da&amp;szlig; sie von den Engl&amp;auml;ndern beschossen werden, weil die Engl&amp;auml;nder auch kommen, zusammen mit den Schweizern und den Skandinaviern, denn heute kann man sich hier g&amp;uuml;nstig erholen, es gibt Fl&amp;uuml;ge ab 450 DM, und die Kreter sind froh um die Touristen, in den Hotels sprechen alle deutsch, wenigstens die n&amp;ouml;tigsten paar S&amp;auml;tze, in einem Bergdorf habe ich am Sonntag die BILD-Zeitung vom Samstag zum Verkauf aufliegen gesehen, und Griechenland ist in der NATO, und England auch, also d&amp;uuml;rfen alle Soldaten wieder gemeinsam auf die Insel, und das Fotografieren des l&amp;auml;cherlich kleinen Flugplatzes Maleme ist verboten, denn es k&amp;ouml;nnte ja sein, da&amp;szlig; wieder einmal eine fremde Armee dort landen will, und dannzumal werden die Deutschen und die Griechen und die Engl&amp;auml;nder miteinander auf die Soldaten schie&amp;szlig;en, die aus den Flugzeugen herauspurzeln werden, und wer es diesmal sein wird, ist noch nicht bekannt, vielleicht die Russen, vielleicht die T&amp;uuml;rken, doch die sind ja auch in der NATO, aber dann vielleicht die Libyer oder die Iraner, ich wei&amp;szlig; es auch nicht, ich vermute nur, da&amp;szlig; es auch diesmal, aus welcher Richtung sie immer kommen m&amp;ouml;gen, wieder 19j&amp;auml;hrige Lehrlinge sind.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
 
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    <pubDate>Sat, 12 Mar 2022 09:49:00 +0100</pubDate>
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    <category>Franz Hohler</category>
<category>Griechenland</category>
<category>Kreta</category>
<category>ww2</category>

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    <title>Der Weltuntergang</title>
    <link>https://blog.goehde.com/index.php?/archives/93-Der-Weltuntergang</link>
            <category>Poesie</category>
            <category>Umwelt</category>
    
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    <author>nospam@example.com (harry)</author>
    <content:encoded>
    &lt;h3&gt;&lt;strong&gt;Franz Hohler - Der Weltuntergang&lt;/strong&gt;&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Album: Ungem&amp;uuml;tlicher 2. Teil, 1974&lt;/p&gt;

&lt;div&gt;&lt;iframe allowfullscreen=&quot;allowfullscreen&quot; frameborder=&quot;0&quot; src=&quot;https://www.youtube-nocookie.com/embed/ODJqFna57t8&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Weltuntergang, meine Damen und Herren, wird, nach dem, was man heute so wei&amp;szlig;, etwa folgenderma&amp;szlig;en vor sich gehen:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Am Anfang wird auf einer ziemlich kleinen Insel im s&amp;uuml;dlichen Pazifik ein K&amp;auml;fer verschwinden, ein unangenehmer und alle werden sagen:&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&amp;quot;Gott sei Dank ist dieser K&amp;auml;fer endlich weg&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Dieses widerliche Jucken das er brachte und er war immer voller Dreck!&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter werden die Bewohner dieser Insel merken, da&amp;szlig; am Morgen fr&amp;uuml;h, wenn die V&amp;ouml;gel singen, eine Stimme fehlt. Eine hohe eher schrille&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Wie das Zirpen einer Grille&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die Stimme jenes Vogels dessen Nahrung, es ist klar&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der kleine dreckige K&amp;auml;fer war!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter werden die Fischer dieser Insel bemerken, da&amp;szlig; in ihren Netzen eine Sorte fehlt jene kleine aber ganz besonders zarte die - hier mu&amp;szlig; ich unterbrechen und erw&amp;auml;hnen, da&amp;szlig; der Vogel mit der eher schrillen Stimme die Gewohnheit hat, oder gehabt haben wird&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;In einer langen Schlaufe auf das Meer hinaus zu kehren&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und w&amp;auml;hrend dieses Fluges seinen Kot zu entleeren&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und f&amp;uuml;r die kleine, aber ganz besonders zarte Sorte Fisch, war dieser Kot&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Das t&amp;auml;gliche Brot!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter werden die Bewohner des Kontinents, in dessen N&amp;auml;he die ziemlich kleine Insel im Pazifik liegt, bemerken da&amp;szlig; sich &amp;uuml;berall an den B&amp;auml;umen, auf den Gr&amp;auml;sern, an den Klinken ihrer T&amp;uuml;ren, auf dem Essen, an den Kleidern, auf der Haut und in den Haaren, winzige schwarze Insekten versammeln&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die sie niemals gesehen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und sie werden&amp;#39;s nicht verstehen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Denn sie k&amp;ouml;nnen ja nicht wissen, da&amp;szlig; die kleine aber ganz besonders zarte Sorte Fisch, die Nahrung eines gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren gar nicht zarten Fisches war, welcher seinerseits nun einfach eine andere Sorte jagte&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Einen kleinen gelben Stichling von selbem Ma&amp;szlig;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der vor allem diese schwarzen Insekten fra&amp;szlig;!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter werden die Bewohner Europas, also wir, merken, da&amp;szlig; die Eierpreise steigen und zwar gewaltig und die H&amp;uuml;hnerfarmbesitzer werden sagen, da&amp;szlig; der Mais, aus dem ein Gro&amp;szlig;teil des Futters f&amp;uuml;r die H&amp;uuml;hner besteht, vom Kontinent, in dessen N&amp;auml;he die ziemlich kleine Insel im Pazifik liegt, pl&amp;ouml;tzlich nicht mehr zu kriegen sei, wegen irgendeiner Plage von Insekten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die man mit Giften erfolgreich abgefangen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nur leider sei dabei auch der Mais draufgegangen!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter jetzt - geht es immer schneller -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Kommt &amp;uuml;berhaupt kein Huhn mehr auf den Teller.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Auf der Suche nach Ersatz f&amp;uuml;r den Mais im H&amp;uuml;hnerfutter, hat man den Anteil an Fischmehl verdoppelt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Doch jeder Fisch hat heutzutage halt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Seinen ganz bestimmten Quecksilbergehalt!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Bis jetzt war er tief genug um niemand zu verderben&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Doch nun geht&amp;#39;s an ein weltweites H&amp;uuml;hnersterben!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter werden die Bewohner jener ziemlich kleinen Insel im s&amp;uuml;dlichen Pazifik erschreckt vom Ufer in die H&amp;auml;user rennen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Weil sie das was sie gesehen haben absolut nicht kennen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die Flut hat heute - und dazu mu&amp;szlig; man bemerken der Himmel war blau und Wind gab es keinen und der Wellengang war niedrig wie stets bei sch&amp;ouml;nem Wetter - und trotzdem lagen heute nachmittag die Ufer der Insel unter Wasser und nat&amp;uuml;rlich wu&amp;szlig;te niemand, da&amp;szlig; am selben Tage auf der ganzen Welt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die Leute von den Ufern in die H&amp;auml;user rannten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und die Steigung des Meeres beim Namen nannten!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter werden die Bewohner jener ziemlich kleinen Insel im s&amp;uuml;dlichen Pazifik von den D&amp;auml;chern ihrer H&amp;auml;user in die Fischerboote steigen um in Richtung jenes Kontinents zu fahren, wo seinerzeit die Sache mit dem Mais passierte. Doch auch dort ist das Meer schon meterhoch gestiegen und die St&amp;auml;dte an der K&amp;uuml;ste und die H&amp;auml;fen die liegen schon tief unter Wasser denn die Sache ist die, man mu&amp;szlig;te das gesamte Federvieh, also sechs Milliarden St&amp;uuml;ck, vergiftet wie es war, verbrennen und der Kohlenstaub, der davon entstand, gab der Atmosph&amp;auml;re - durch W&amp;auml;rme und Verbrennung schon bis anhin strapaziert - den Rest. Sie lie&amp;szlig; das Sonnenlicht wie bisher herein aber nicht mehr hinaus, wodurch sich die Luft derma&amp;szlig;en erw&amp;auml;rmte, da&amp;szlig; das Eis an den Polen zu schmelzen begann&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die K&amp;auml;lte kam zum Erliegen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und die Meere stiegen!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenig sp&amp;auml;ter werden die Leute, die mittlerweile in die Berge flohen, hinter den Gipfeln weit am Horizont ein seltsam fahles Licht erblicken&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und sie wissen nicht was sie denken sollen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Denn man h&amp;ouml;rt dazu ein leises Grollen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Und wenn einer der &amp;Auml;lteren jetzt vermutet, da&amp;szlig; nun der Kampf der Gro&amp;szlig;en beginnt um den letzten verbleibenden Raum f&amp;uuml;r ihre V&amp;ouml;lker&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Da fragt ein Anderer voller Bitterkeit:&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&amp;quot;Wie, um Himmels willen, kam es soweit?&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Tja meine Damen und Herren:&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Das Meer ist gestiegen, weil die Luft sich erw&amp;auml;rmte&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die Luft hat sich erw&amp;auml;rmt, weil die H&amp;uuml;hner verbrannten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die H&amp;uuml;hner verbrannten, weil sie Quecksilber hatten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Quecksilber hatten sie, weil Fisch gefuttert wurde&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Fisch hat man gefuttert, weil der Mais nicht mehr kam&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der Mais kam nicht mehr, weil man Gift benutzte&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Das Gift mu&amp;szlig;te her, weil die Insekten kamen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Die Insekten kamen, weil ein Fisch sie nicht mehr fra&amp;szlig;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der Fisch fra&amp;szlig; sie nicht, weil er gefressen wurde&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Gefressen wurde er, weil ein anderer krepierte&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der andere krepierte, weil ein Vogel nicht mehr flog&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der Vogel flog nicht mehr, weil ein K&amp;auml;fer verschwand -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Dieser dreckige K&amp;auml;fer der am Anfang stand!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Bleibt die Frage, stellen Sie sie unumwunden&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Warum ist denn dieser K&amp;auml;fer verschwunden?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das meine Damen und Herren ist leider noch nicht richtig gekl&amp;auml;rt -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Ich glaube aber fast er hat sich falsch ern&amp;auml;hrt!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Statt Gr&amp;auml;ser zu fressen, fra&amp;szlig; er Gr&amp;auml;ser mit &amp;Ouml;l&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Statt Bl&amp;auml;tter zu fressen, fra&amp;szlig; er Bl&amp;auml;tter mit Ru&amp;szlig;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Statt Wasser zu trinken, trank er Wasser mit Schwefel -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;So treibt man auf die Dauer an sich selber eben Frevel!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Bliebe noch die Frage, ich stell mich schon drauf ein&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Wann wird das sein?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Da kratzen sich die Wissenschaftler meistens in den Haaren&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Sie sagen in zehn, in zwanzig Jahren -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;In f&amp;uuml;nfzig vielleicht oder auch erst in hundert!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Ich selber habe mich anders besonnen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Ich bin sicher der Weltuntergang, meine Damen und Herren, hat schon begonnen!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
 
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    <pubDate>Fri, 15 Nov 2019 22:38:00 +0100</pubDate>
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    <category>Artensterben</category>
<category>Franz Hohler</category>
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