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    <title>Harrys Blog (Artikel mit Tag Dieter Hildebrandt)</title>
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    <description>make love not war</description>
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    <pubDate>Wed, 28 Jun 2023 15:57:29 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: Harrys Blog - make love not war</title>
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    <title>Überleben Sie mal</title>
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            <category>Pazifismus</category>
    
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    <author>nospam@example.com (harry)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;img dieter=&quot;&quot; hildebrandt=&quot;&quot; src=&quot;https://www.goehde.com/img.php?nh=800&amp;amp;nb=800&amp;amp;id=77180 title=&quot; /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Dieter Hildebrandt - &amp;Uuml;berleben Sie mal&lt;/strong&gt;&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;aus:&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Was bleibt mir &amp;uuml;brig | Anmerkungen zu (meinen) 30 Jahren Kabarett. | Texte 1961 -1964&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Knaur | 1989 | ISBN: 9783426023846 94 / ~2000 :))&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;Uuml;berkleben Sie Plakate, Transparente, wo geschrieben steht, es ist nun alles aus. &amp;Uuml;berlassen Sie das bitte dem Talente, der Voraussicht unsrer Herrn im Bundeshaus. &amp;Uuml;bergeben Sie suspekte Elemente, die das sagen, der Verfassungspolizei. Auch der Untergang der Welt war eine Ente. Pazifismus ist nur leere Rederei. Weil alles halb so wild ist, wenn man nur recht im Bild ist. Weil man nur an geschmiert ist, wenn man nicht informiert ist. Weil alles halb so schwer ist, weil alles kein Malheur ist, weil jeder Amateur ist, der sich dabei emp&amp;ouml;rt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&amp;Uuml;berheben Sie sich s&amp;auml;mtlicher Bedenken, eine Bombe kostet nicht gleich jeden Kopp, und die Kirche sagt, der Herr wird sie schon lenken, und der lenkt sie in den Osten. Na und ob... sie aber &amp;uuml;ber Oberammergau oder aber &amp;uuml;ber Unterammergau, oder aber &amp;uuml;berhaupt nicht f&amp;auml;llt, ist nicht gewi&amp;szlig;.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Der Mensch von heute soll nicht h&amp;ouml;her als h&amp;ouml;chstens im Hochparterre wohnen.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Warum denn das?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Je h&amp;ouml;her der Stand der Technik, um so tiefer mu&amp;szlig; der Mensch wohnen.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Weswegen?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Damit er&amp;#39;s nicht so weit in den Keller hat.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; (Zieht ein Buch heraus.) &amp;raquo;Eine moderne Fernrakete hat eine Geschwindigkeit Von 28 000 Stundenkilometern. Die Flugzeit von Bratislawa bis M&amp;uuml;nchen w&amp;uuml;rde also f&amp;uuml;nf Sekunden betragen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Sagen Sie!&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Nein, sagt der Fachmann.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Sie vergessen unser hochentwickeltes Warnsystem; es kann uns nichts passieren.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Unser was?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Warnsystem. (Zieht eine Brosch&amp;uuml;re heraus und liest.) &amp;raquo;Bei einem drohenden Angriff wird die Bev&amp;ouml;lkerung durch den Rundfunk &amp;uuml;ber die allgemeine Lage laufend unterrichtet.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Sagen Sie?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Nein, sagt diese amtliche Brosch&amp;uuml;re.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Moment, das m&amp;ouml;chte ich wissen. Ich gehe jetzt hinaus und bin die Rakete. Einer von Ihnen spielt den Bayerischen Rundfunk, und einer z&amp;auml;hlt von 21-25, und dann schlage ich ein. (Geht ab.)&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Ich bin der Bayerische Rundfunk.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Und ich z&amp;auml;hle bis 25. Alles fertig?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; (Von ganz weit hinten.) Fertig! Ich liege bereits auf der Abschu&amp;szlig;rampe!&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Einundzwanzig -- zweiund...&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Hier ist der Bayerische...&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; zwanzig -- dreiund...&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;uuml;rger:&lt;/strong&gt; Rundfunk.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; zwanzig -- vierund...&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Vor f&amp;uuml;nf Sek... (Alle st&amp;uuml;rzen mit einem Schrei von der B&amp;uuml;hne. Die &amp;raquo;Bombe&amp;laquo; tritt auf.)&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Wo sind Sie denn?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Im Keller!!&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Sie waren doch der Rundfunk. Sie m&amp;uuml;ssen doch das Volk warnen?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Und wer warnt mich? (Alle kommen langsam wieder auf die B&amp;uuml;hne.)&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Das Fr&amp;uuml;hwarnsystem funktioniert ganz toll, was? Und was sollte denn der Quatsch mit der Aktentasche? Warum haben Sie die &amp;uuml;ber den Kopf gehalten, als ich einschlug?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Das habe ich in der amtlichen Brosch&amp;uuml;re des Bundesinnenministeriums gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Jawohl, Aktentaschen sch&amp;uuml;tzen gegen Strahlung und herabfallende Tr&amp;uuml;mmer.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; (Schl&amp;auml;gt sein Buch auf.) &amp;raquo;Bei einer Oberfl&amp;auml;chenexplosion ber&amp;uuml;hrt der Feuerball die Erdoberfl&amp;auml;che. Dabei werden Gestein, Erde und andere Materialien verdampft und in den Feuerball aufgesogen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Und was sagt Ihre Brosch&amp;uuml;re?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; &amp;raquo;Die Hitzestrahlung breitet sich mit ungeheurer Geschwindigkeit aus. Sie wirkt aber wegen ihrer kurzen Dauer nur auf die jeweils getroffene Oberfl&amp;auml;che. In der N&amp;auml;he sch&amp;uuml;tzen davor bereits Mauervorspr&amp;uuml;nge und gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Gegenst&amp;auml;nde.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Aktentaschen.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Jawohl!&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Vielleicht sollte man noch was rein tun in die Aktentasche, dann sch&amp;uuml;tzt sie noch mehr.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Ja, die Brosch&amp;uuml;re vom Innenministerium. (Er liest aus seinem Buch.) &amp;raquo;Eine Wasserstoffbombe bewirkt nach den Erfahrungen von Bikini eine Verseuchung von 20 000 Quadratkilometern.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Unsinn! Da lese ich doch lieber die Brosch&amp;uuml;re! &amp;raquo;Die sogenannte Anfangsstrahlung dauert etwa 60 Sekunden und reicht nie weiter als 3-5 Kilometer vom Explosionspunkt.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;B&amp;Uuml;RGERIN:&lt;/strong&gt; Wir wollten sowieso aufs Land ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Tun Sie es nicht, denn in meiner Brosch&amp;uuml;re steht:** &amp;raquo;Flucht bringt keine Rettung.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;ALLE:&lt;/strong&gt; Ach soo?&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Ja. &amp;raquo;Wer sich auf die Flucht begibt, kann nicht rechtzeitig gewarnt werden.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. B&amp;Uuml;RGER:&lt;/strong&gt; Vom Bayerischen Rundfunk! &amp;Uuml;berleben werden wir&amp;#39;s auf alle F&amp;auml;lle, weil die Seele immer noch unsterblich ist. Keinen Fu&amp;szlig;breit r&amp;uuml;ckt der Deutsche von der Stelle, wie ihr alle noch vom letzten Krieg her wi&amp;szlig;t.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&amp;Uuml;berheben Sie sich s&amp;auml;mtlicher Bedenken, eine Bombe kostet nicht gleich jeden Kopp. Und die Kirche sagt: Der Herr wird sie schon lenken, und der lenkt sie in den Osten, na und ob... sie aber &amp;uuml;ber Unterpfaffenhofen oder aber &amp;uuml;ber Oberpfaffenhofen oder aber ganz genau ins Altm&amp;uuml;hltal, ist fast egal.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
 
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    <pubDate>Tue, 22 Mar 2022 16:44:00 +0100</pubDate>
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    <category>Dieter Hildebrandt</category>
<category>Kabarett</category>
<category>Münchner Lach- und Schießgesellschaft</category>
<category>Satire</category>

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    <title>Was Recht ist muß Recht bleiben</title>
    <link>https://blog.goehde.com/index.php?/archives/111-Was-Recht-ist-muss-Recht-bleiben</link>
            <category>Antifaschismus</category>
            <category>Pazifismus</category>
    
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    <author>nospam@example.com (harry)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;img alt=&quot;Ausgebucht&quot; src=&quot;https://www.goehde.com/img.php?nh=600&amp;amp;nb=600&amp;amp;id=81187&quot; title=&quot;Ausgebucht&quot; /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;&lt;strong&gt;Dieter Hildebrandt - Was Recht ist mu&amp;szlig; Recht bleiben&lt;/strong&gt;&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ausgebucht. Mit dem B&amp;uuml;hnenbild im Koffer&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
H&amp;ouml;rbuch, 2004, ISBN: 9783898309059&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Penzberg, eine rote Enklave im schwarzen Umkreis des einstigen Wahlkreises von Franz Josef Strau&amp;szlig;, Weilheim, ein nicht zu eroberndes sozialdemokratisches Nest im Allg&amp;auml;u. Mit Blick auf die Berge. Und mit Blick in die Vergangenheit. Da gibt es Erfreuliches. Zum Beispiel, dass Penzberg einmal in der Bayernliga Fu&amp;szlig;ball gespielt hat. Aber auch, dass am Penzberger Sportplatz ein Denkmal steht, das an die Mordtage von Penzberg erinnert. 1972 stand ich das erste Mal davor und erfuhr &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Penzberger_Mordnacht&quot;&gt;von dieser Geschichte&lt;/a&gt;, die in den letzten, allerletzten Kriegstagen im April 1945 geschehen war. In jenen Tagen, als Hans Filbinger seine Pflicht, so sagt er, getan hat, wozu er ein Recht hatte. Das Recht von damals. Am 28. April 1945 hatten zwei amerikanische Armeen und eine franz&amp;ouml;sische die deutsche Reststreitmacht auf engstem Raum zusammengedr&amp;auml;ngt. Sie standen bereits in Freising, also ganz kurz vor M&amp;uuml;nchen, in Ulm, nahe Kempten, in Regensburg und Passau. Die so genannte &amp;gt;Alpenfestung&amp;lt;, von der immer wieder die Rede war, die aber nie existiert hat, nicht einmal auf dem Obersalzberg mit den Villen der Bonzen, in denen ihre zitternden Angeh&amp;ouml;rigen hockten: diese &amp;gt;Festung&amp;lt; wurde nur noch verteidigt durch ein paar Nebelwerfer, die im Falle eines Angriffs der Air Force das gesamte Berchtesgadener Tal in Nebel h&amp;uuml;llen sollten. &amp;Uuml;berall sah man haufenweise abgelegte Uniformen, weil desertierte Soldaten Zivilkleidung angezogen hatten, SS-Einheiten kontrollierten und durchsuchten die H&amp;auml;user nach wei&amp;szlig;en Fahnen und Fahnenfl&amp;uuml;chtigen. Der Krieg war aus. Die &amp;gt;Volksgenossen&amp;lt; verbrannten die Hitlerbilder und die Parteiausweise. In der Nacht lauschte man, ob man die amerikanischen Panzer schon h&amp;ouml;ren konnte. Noch war nicht klar, in welcher Weise man das Kriegsende &amp;uuml;berstehen w&amp;uuml;rde, aber bis hierher hatte man schon mal das Schlimmste &amp;uuml;berstanden. In der Nacht vom 27. zum 28. April hatte eine Gruppe um Hauptmann Gerngross den Radiosender M&amp;uuml;nchen in Freimann besetzt und &amp;uuml;ber die Mikrophone das Ende des Krieges verk&amp;uuml;ndet. Das war nicht die Tat eines Wichtigtuers, der ja die paar Tage noch h&amp;auml;tte abwarten k&amp;ouml;nnen, nein, es war ein mutiger Schritt, um die Menschen aufzufordern, St&amp;auml;dte, D&amp;ouml;rfer, Fabriken, Br&amp;uuml;cken vor der Zerst&amp;ouml;rung zu retten. In Penzberg hatten ein paar M&amp;auml;nner morgens um vier Uhr diesen Aufruf geh&amp;ouml;rt und sich aufgemacht, um das Bergwerk von Penzberg vor der beabsichtigten Sprengung zu bewahren. Ebenso ging es um die Erhaltung des Wasserwerks. Das Rathaus wurde von fr&amp;uuml;heren Politikern der SPD, der KPD und der Bayerischen Volkspartei besetzt, und der 1933 abgesetzte B&amp;uuml;rgermeister Rummer &amp;uuml;bernahm die Gesch&amp;auml;fte des Nazib&amp;uuml;rgermeisters Vonwerden. Pl&amp;ouml;tzlich fuhren Soldaten eines Werferregiments in die Stadt ein. An der Spitze ein Hauptmann, der seinen Oberstleutnant Ohm emp&amp;ouml;rt dar&amp;uuml;ber informierte, was hier passiert war. Offensichtlich waren das Offiziere, die an den &amp;gt;Endsieg&amp;lt; durch diese legend&amp;auml;ren Wunderwaffen, die in den Alpen versteckt sein sollten, glaubten und an den F&amp;uuml;hrer und an die Alpenfestung, die sie wahrscheinlich unentwegt gesucht hatten. Dann stie&amp;szlig; noch der Schnellrichter Oberstleutnant Bauernfeind hinzu. Von nun an ging es schnell. Die Wehrmacht verhaftete die neue Stadtregierung. Oberstleutnant Ohm bekam vom Gauleiter Gieseler in M&amp;uuml;nchen den erbetenen Befehl, die &amp;gt;Verr&amp;auml;ter&amp;lt; zu f&amp;uuml;silieren, und die acht M&amp;auml;nner wurden sofort erschossen. Inzwischen hatte der Gauleiter den Sender in Freimann zur&amp;uuml;ckerobert und einen flammenden Aufruf zum Durchhalten in das Mikrophon gebr&amp;uuml;llt. Dann nahm er seinen Wagen und floh. Am Abend rauschte eine Hundertschaft von bewaffneten &amp;gt;Werw&amp;ouml;lfen&amp;lt; in die Stadt. F&amp;uuml;hrer dieser Mordbande war der Nazidichter Hans Z&amp;ouml;berlein. &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Z%C3%B6berlein&quot;&gt;Hans Z&amp;ouml;berlein&lt;/a&gt; (1898-1964), Brigadef&amp;uuml;hrer der SA, gl&amp;uuml;hender Verehrer Hitlers seit den 20er Jahren, M&amp;uuml;nchner NSDAP-Stadtrat und Romanschriftsteller f&amp;uuml;r Kriegsangelegenheiten, sp&amp;auml;ter F&amp;uuml;hrer der Werwolf-Bewegung. Originaltext: &amp;gt;Das Reich wird kommen! Das Reich, von dem du so hoffnungsfroh getr&amp;auml;umt. Einer von uns, Dietrich Eckart, hat zuerst von ihm gek&amp;uuml;ndet. Noch fern - ganz fern -, aber er hat schon sehen k&amp;ouml;nnen: Adolf Hitler wird euch hinf&amp;uuml;hren. Der allein ist es, der das kann! - Sonst keiner!&amp;lt; Z&amp;ouml;berlein hat seine Leute in die H&amp;auml;user von Penzberg gehetzt, um ortsbekannte Regimegegner aus den Kellern zu holen, in denen sie sich versteckt hatten. Sie wurden schnell entdeckt, weil viele B&amp;uuml;rger der Stadt verraten haben, wo sie waren. Dann hat man sie aufgeh&amp;auml;ngt. Zwei Frauen und sechs M&amp;auml;nner. Anschlie&amp;szlig;end feierte man weithin hallend den Sieg gegen die Verr&amp;auml;ter. Am Tag darauf war der Spuk vorbei, denn amerikanische Panzer rollten in die Stadt. Die Zahl der Bev&amp;ouml;lkerung hatte sich nicht ver&amp;auml;ndert. Aber es gab keine Nazis mehr. Wie &amp;uuml;berall. Z&amp;ouml;berlein musste sich drei Jahre sp&amp;auml;ter wegen Massenmordes verantworten. Er wurde zum Tode verurteilt. Ein Jahr sp&amp;auml;ter wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Er blieb im Gef&amp;auml;ngnis bis Ende der 50er Jahre. Starb 1964. Im Bett. Er hat nie etwas bereut, hielt sich f&amp;uuml;r einen aufrechten, tapferen Verteidiger des Vaterlands. Das Recht war ja auf seiner Seite. Das damalige. &amp;Uuml;brigens war das sp&amp;auml;tere Schicksal der anderen M&amp;ouml;rder auch ertr&amp;auml;glich. Oberstleutnant Ohm wurde 1956 freigelassen, Oberstleutnant Bauernfeind 1950 freigesprochen. Nur die Opfer waren tot.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Fri, 08 May 2020 20:14:00 +0200</pubDate>
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